|
Die diesjährige Veranstaltung in Edewecht kann ich guten Gewissens als Sonntagsfahrt bezeichnen. Mit einem entspannten Zeitplan und einem nahezu vollständig versammelten Fanklub könnte Edewecht sogar glatt als Gartenparty durchgehen. Als wir morgens mit den Armen voll Kuchen auf dem Wettkampfgelände ankamen, hatte Micha sich schon ein schönes Plätzchen im (großzügig bemessenen) Fahrerlager ausgekuckt und die beiden Trecker schon abgeladen.
Neben uns vieren trudelten dann nach und nach noch Karlheinz II mit Begleitung sowie unsere persönlichen Zündanlagenbetreuer Sylvio und Rainer mit drei weiteren Groupies ein. Außerdem war Ralf mit Frau Ute und dem bisher kleinsten Teamfan Mika (ganz authentisch mit eigenem Teamshirt) sowie Tim mit Familie angereist. Und so ging es auf der Laderampe dann auch zu wie in der Boxengasse von BMW Sauber (der Renngott hab sie selig). 
Der kleine Flying Hawk war in der 3,5t Klasse und mit einem großen Staterfeld von 14 Treckern gleich Zweiter. Vorher durfte sich aber der Black Power aus Dänemark mit einem 22t Bremswagen abrackern, den nicht mal er über die 100 Meter brachte. Also hatten die Edewechter ein Einsehen und nahmen die Last auf der eh schon sehr griffigen Bahn etwas herunter. Für Christian und den Flying Hawk lief es dann auch ganz gut, obwohl des dem Motor ein bisschen an Bumms mangelte. Dafür zog der die Back brav und stoisch auf 74,4m. Am Ende sollte das zwar nur für den 12. Platz reichen. Aber als kleines Trostpflaster hatten wir immerhin den Isotov I geschrubbt und kaputt gegangen ist auch nichts. Das sind doch schon genug gute Nachrichten. 
Davon abgesehen wäre es uns wohl eh schwer gefallen die Aufmerksamkeit auf uns zu lenken. Aus den Niederlanden waren nämlich die beiden Sahneschnitten Intertechno Lambada und der neuere Double Screaming angereist. Doch so schön und vor allem beeindruckend laut die V8 Motoren auch sind: Nachdem von beiden Treckern nach den Pulls jeweils diverse Kleinteile von der Bahn gesammelt werden mussten, wird das Team wohl einer Ersatzteilrechnung entgegen sehen, die es locker mit dem Preis eines Kleinwagens (ohne Abwrackprämie!) aufnehmen kann. 
Den Sieg in der 3,5t Klasse holte sich übrigens dann doch ganz knapp der Erlkönig mit 96,4m vor dem Black Power mit 96,02m und dem Money Pit mit 90,02m. Zu dem Zeitpunkt war der kleine Flying Hawk aber schon wieder aufgeladen und festgezurrt. Irgendwann nach Ende der Klasse fing es dann nämlich an zu schiffen und es schien, als wolle es niiieee wieder aufhören. Also verzogen wir uns alle kollektiv in den LKW und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Das Beste war außerdem, dass wir von der Laderampe die gesamte Bahn im Blick haben und so trotzdem nichts verpasst haben 
 Nach einer Currywurst mit Pommes war das Schlimmste dann überstanden, so dass Micha sich mit dem Wild Hawk für die 4,5t Klasse fertig machen konnte. Ursprünglich mit 10 Startern angepeilt, blieben nur noch der Wild Hawk, der Iwan, der Kiepenkerl, Dandy, Erlkönig und Green Fighter über. Iwan, Kiepenkerl und Green Fighter legten einen glatten Full Pull hin, während der Erlkönig bei 83,96m und der Dandy bei 44,43m stehen blieb. Wir reihten uns mit 70,22m dazwischen ein und konnten für den 5. Platz immerhin noch ein bisschen Sieggeld mit nach hause nehmen. 
Dafür verabschiedeten wir uns aber wenigstens in dieser Klasse mit einem Feuerwerk im wahrsten Sinne des Wortes. Bei 70m schoss nämlich eine etwa 1m große Stichflamme rechts vorn aus dem Motor. Deshalb ging Micha auch sofort vom Gas, um Schlimmeres zu vermeiden. Zurück im Lager konnten wir dann auch den eher unscheinbaren Grund dafür sehen: Im sechsten Zylinder unten an der Bank hatte sich glatt ein Loch an der Zündkerze vorbei gebrannt. Wahrscheinlich hatte das Kerzengewinde, dass in den Zylinder eingelassen ist einen Haarriss, der sich durch den enormen Druck während des Pulls immer mehr geweitet und ausgebrannt hatte, bis es schließlich nicht mehr standhalten konnte und bei der nächsten Zündung neben den Flammen eine Druckwelle entließ, die sogar Micha auf dem Fahrerstand noch gespürt hat. Und an solchen Tagen sind die Jungs ihrem Conti-Motor sehr dankbar, dass er keinen massiven Kopf aus einem Guss hat. Für die nächste Veranstaltung schrauben sie nämlich einfach den undichten Zylinder ab und einen Neuen wieder drauf. 
Aber bis zur nächsten Veranstaltung in Bouconville, Frankreich, hat es jetzt erstmal ein wenig Zeit zum Ausruhen und Kraft sammeln...
|